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Ambulante medizinische Versorgung zukunftsfit sichern II: Fachärzte im ländlichen Raum konsequent stärken

13.08.2026 - Antrag |

Initiatoren:
Bernhard Seidenath, Tanja Schorer-Dremel, Andrea Behr, Thorsten Freudenberger, Stefan Meyer, Martin Mittag, Helmut Schnotz, Sascha Schnürer, Carolina Trautner, Florian Streibl, Felix Locke, Susann Enders, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Anton Rittel, Martin Rosenberger, Markus Saller, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Johanna Schramm, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller

Der Landtag stellt fest, dass das Pilotprojekt -Beste Landpartie Allgemeinmedizin-Programm- (BeLA) ein wirksames Instrument zur Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung darstellt.


Die Staatsregierung wird aufgefordert, die im Rahmen von BeLA gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel gezielt zu nutzen, um die Facharztweiterbildung künftig stärker in der Fläche zu organisieren und gemeinsam mit der Bayerischen Landesärztekammer Weiterbildungsverbünde sowie strukturierte Kooperationen zwischen Kliniken und ambulanten Praxen zu etablieren. Erfolgreiche Programmstrukturen sollen im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel schrittweise auf weitere fachärztliche Disziplinen übertragen werden.


Die Staatsregierung wird zudem aufgefordert, dem Landtag über die durch den Beschluss auf der Grundlage der Landtags-Drucksache 19/1351 vom 4.4.2024 ermöglichten modellhaften Anstrengungen zu berichten, HNO-Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit außerhalb der Metropolen zu gewinnen.



Eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung ist ein entscheidender Faktor für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen Bayerns. Gerade im ländlichen Raum verschärft sich der Wettbewerb um ärztlichen Nachwuchs zunehmend.


Das -Beste Landpartie Allgemeinmedizin-Programm- (BeLA) richtet sich an Studierende der Humanmedizin mit dem Ziel, während des gesamten Studiums eine enge Beziehung zur Allgemeinmedizin sowie zu ländlichen Regionen aufzubauen. Damit wird eine zentrale Brücke zwischen Medizinerausbildung und späterer Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung geschaffen.


Das Konzept wurde in enger Kooperation mit der Technischen Universität München und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt und baut auf den Erfahrungen des Dillinger Modellprojekts zur Allgemeinmedizin auf. Auf Grundlage der BeLA-Erfahrungen soll zudem - in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesärztekammer - modellhaft die allgemein-fachärztliche Weiterbildung außerhalb der Zentren gestärkt werden, insbesondere durch Weiterbildungsverbünde sowie eine enge Kooperation von Kliniken und Praxen.


Wie durch den Beschluss auf der Basis der LT-DrS 19/1351 gefordert, soll unter Heranziehung der Erfahrungen des BeLA-Modells zur Ausbildung von Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesärztekammer im Rahmen eines Modellprojekts am Beispiel der Hals-Nasen-Ohren Ärzte geprüft werden, wie zukünftig die Facharztweiterbildung in der Fläche außerhalb der Zentren gesichert werden kann, insbesondere durch Einrichtung von Weiterbildungsverbünden und durch eine enge Zusammenarbeit von Kliniken und ambulanten Praxen. Über die hierdurch gewonnenen Erkenntnisse möge die Staatsregierung dem Landtag berichten.


Denn Ziel muss es sein, erfolgreiche Strukturen auf weitere Fachrichtungen zu übertragen und so frühzeitig die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte fachärztliche Versorgung zu schaffen. Denn nur wenn Weiterbildungsmöglichkeiten wohnortnah organisiert und attraktive berufliche Perspektiven eröffnet werden, lassen sich Ärztinnen und Ärzte dauerhaft für eine Tätigkeit im ländlichen Raum gewinnen. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung in ganz Bayern geleistet.

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