Klaus Holetschek, Michael Hofmann, Winfried Bausback, Tanja Schorer-Dremel, Martin Wagle, Bernhard Seidenath, Andrea Behr, Thorsten Freudenberger, Stefan Meyer, Martin Mittag, Helmut Schnotz, Sascha Schnürer, Carolina Trautner, Florian Streibl, Felix Locke, Susann Enders, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Anton Rittel, Martin Rosenberger, Markus Saller, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Johanna Schramm, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller
Die Staatsregierung wird aufgefordert, den Hitzeschutz in den bayerischen Krankenhäusern weiter zu stärken und dabei insbesondere
- im Rahmen der bestehenden Krankenhausinvestitionsförderung Maßnahmen zum baulichen und technischen Hitzeschutz bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie bei der Sanierung bestehender Krankenhausgebäude angemessen zu berücksichtigen,
- zu prüfen, ob und inwiefern die Green Hospital Plus-Initiative weiterentwickelt und mit konkreten Maßnahmen zum Hitzeschutz unterlegt werden kann, um Krankenhäuser insbesondere auch bei kurzfristig umsetzbaren, wirksamen und möglichst energieeffizienten Maßnahmen zum Schutz von Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten zu unterstützen,
- gemeinsam mit den Krankenhausträgern, der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und den weiteren Beteiligten geeignete Lösungen zu entwickeln, mit denen Maßnahmen zum Hitzeschutz auch in bestehenden Krankenhausgebäuden schneller und möglichst unbürokratisch umgesetzt werden können, und dabei bestehende Zielkonflikte, insbesondere mit Belangen des Denkmalschutzes, angemessen zu berücksichtigen und
- zu prüfen, inwieweit zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes sowie aus dem Krankenhaus-Transformationsfonds (KHTF) für bauliche Maßnahmen und die Ausstattung mit Klimaanlagen eingesetzt werden können.
Die Folgen des Klimawandels sind auch in Bayern zunehmend spürbar. Häufigere, längere und intensivere Hitzeperioden stellen Krankenhäuser vor besondere Herausforderungen. Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern gehören vielfach zu den besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen: Ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige sowie Menschen mit schweren akuten Erkrankungen können durch hohe Temperaturen zusätzlich gesundheitlich belastet werden. Hitzeperioden führen in Deutschland daher regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im Freistaat seit Jahresbeginn rund 530 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben; im gesamten Vorjahr waren es 490.
Auch die Beschäftigten in Krankenhäusern sind erheblichen hitzebedingten Belastungen ausgesetzt. Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels und der hohen Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen ist wirksamer Hitzeschutz daher auch eine Frage gesunder und attraktiver Arbeitsbedingungen. Um Krankenhäuser zukunftsfähig zu gestalten, müssen sie auf die zu erwartende Zunahme von Hitzetagen, Hitzewellen und Tropennächten vorbereitet sein.
Viele Krankenhäuser ergreifen bereits organisatorische Maßnahmen - etwa durch Verdunkelung, Nachtkühlung, die Nutzung geeigneter Außenbereiche oder die Verlegung besonders vulnerabler Patientinnen und Patienten in weniger hitzebelastete Bereiche. Die Möglichkeiten solcher Maßnahmen sind jedoch begrenzt. Nachhaltiger Hitzeschutz erfordert daher auch bauliche und technische Investitionen.
Dazu zählen insbesondere Maßnahmen zur Verschattung und zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes, energieeffiziente Kühlsysteme und Kältedecken sowie die Nutzung erneuerbarer Energien für den Betrieb technischer Kühlanlagen. Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten müssen die wachsenden Anforderungen an den Hitzeschutz von Beginn an berücksichtigt werden.
Die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser erschwert es den Trägern jedoch erheblich, die notwendigen Investitionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Deshalb müssen die bestehenden Möglichkeiten der Krankenhausinvestitionsförderung konsequent genutzt und zusätzliche Finanzierungsoptionen geprüft werden.
Mit der Green Hospital Plus-Initiative hat der Freistaat Bayern wichtige Impulse für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in Krankenhäusern gesetzt. Es ist daher zu prüfen, diese Initiative weiterzuentwickeln und stärker mit konkreten Hitzeschutzmaßnahmen zu verknüpfen.
Der Krankenhaus-Transformationsfonds (KHTF) stellt von 2026 bis 2035 insgesamt 50 Milliarden Euro bereit, um die Krankenhausreform zu finanzieren. Der Fonds fördert bislang Umstrukturierungen, Spezialisierungen und Digitalisierung. Ebenso stellt das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes erhebliche Mittel für Zukunftsinvestitionen bereit. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels stellt der Schutz vor Hitze und die Anpassung an steigende Temperaturen eine zentrale Zukunftsaufgabe dar. Entsprechende Maßnahmen liegen im Interesse der Patientinnen und Patienten ebenso wie der Krankenhäuser selbst. Es ist daher zu prüfen, inwieweit beide Instrumente für bauliche Maßnahmen sowie die Ausstattung mit Klimaanlagen nutzbar gemacht werden können.
Hitzeschutz ist zugleich Gesundheitsschutz, Beschäftigtenschutz und ein wesentlicher Beitrag zur Resilienz der gesundheitlichen Versorgung. Ziel muss es sein, die bayerischen Krankenhäuser dabei zu unterstützen, ihre Gebäude und Strukturen an die Folgen des Klimawandels anzupassen und Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte wirksam vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu bewahren.
