Volker Bauer
Nicht nur die Teichwirtschaft, sondern auch der - heute vor allem ehrenamtliche - Besatz unserer Gewässer hat im Freistaat Jahrhunderte Tradition. Durch das Wirken der Fischer und Teichwirte entstand eine in vielfacher Weise wertvolle Kulturlandschaft. Von Artenvielfalt, über nachhaltige Speisefische bis Hochwasserschutz. All dies wird durch Prädatoren bedroht. Allein durch den Kormoran, um dessen Management sich der Freistaat seit einigen Jahren bemüht, entstehen drei Tonnen Fraßschäden - pro Tag! Zwar werden in einzelnen bayerischen Landkreisen 700+ Kormorane pro Jagdjahr entnommen. Aber auch Nutria, Fischotter und - mit Blick auf Infrastruktur - Biber machen Teichwirten und Fischern zu schaffen. Insbesondere in Ostbayern geht die Zahl der Teiche dramatisch zurück - mit Auswirkungen auf den Preis für Setzlinge und schlussendlich auch Speisekarpfen.
Angesichts dieser negativen Entwicklung, die oftmals im deutlichen Gegensatz zu den Prädatoren-Schutzregelungen auf nationaler und EU-Ebene steht - frage ich die Staatsregierung:
Zur Fischerei und Teichwirtschaft
1. Wie hat sich der durchschnittliche Preis für fränkischen Karpfen (je 100gr.) in der heimischen Gastronomie in den vergangenen 20 Jahren entwickelt-
2. Wie hat sich die Zahl der besetzten Teiche im Freistaat in den vergangenen 20 Jahren entwickelt-
3. Wie hat sich der Preis für Setzlinge Karpfen aus heimischer Zucht in den vergangenen 20 Jahren entwickelt-
4. Wie haben sich die Fraßschäden durch Prädatoren (vornehmlich Kormoran, Graureiher, Fischotter)
a) an Teichen
b) an Fließgewässern im Freistaat in den vergangenen 20 Jahren entwickelt-
(nach Möglichkeit: in Tonnen Fisch pro Tag sowie Euro Schäden pro Jahr)
5. Wie viele Teiche wurden in den vergangenen 20 Jahren im Freistaat aufgegeben oder werden nicht mehr besatzt-
6. Welche Maßnahmen wurden angesichts dieser Entwicklung auf den Weg gebracht
a) auf landespolitischer Ebene (z.B. Schadensausgleich (Entwicklung-), AAV etc.)
b) auf bundespolitischer Ebene (z.B. Neubewertung des Bestands/Schutzstatus einzelner Prädatoren)
c) auf europapolitischer Ebene (z.B. Neubewertung des Bestands/Schutzstatus einzelner Prädatoren)
7. Wurden seitens des Freistaates Anstrengungen unternommen, um bei der Bewertung des Erhaltungszustands verschiedener Prädatoren (Kormoran, Fischotter, weitere) zu einer regionalen Bewertung zu gelangen, um für Tierwelt aber vor allem das ökonomische und ökologische Umfeld schädliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegensteuern zu können (vgl. idealtypisch fehlerhafte Entwicklung beim Biber)-
8. Erachtet die Staatsregierung die im Rahmen der AAV eingeräumten Möglichkeiten zum Prädatoren-Management bei Kormoran und Fischotter mit Blick auf die Schadensentwicklung als angemessen - bzw. beim Biber mit Blick auf Schäden an Infrastruktur-
