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Versorgung von ME/CFS Patienten verbessern: Verankerung von ME/CFS in
der medizinischen Weiterbildung

06.05.2026 - Dringlichkeitsantrag |

Initiatoren:
Klaus Holetschek, Michael Hofmann, Winfried Bausback, Tanja Schorer-Dremel, Martin Wagle, Bernhard Seidenath, Andrea Behr, Thorsten Freudenberger, Stefan Meyer, Martin Mittag, Helmut Schnotz, Sascha Schnürer, Carolina Trautner, Florian Streibl, Felix Locke, Susann Enders, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Anton Rittel, Martin Rosenberger, Markus Saller, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Johanna Schramm, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller

Der Landtag begrüßt das Fortbildungsangebot der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) für
das Krankheitsbild Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS).
Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich zusammen mit der BLÄK dafür einzusetzen, dass ME/
CFS verbindlich in die Weiterbildungsordnungen der relevanten medizinischen Fachrichtungen
aufgenommen wird. Der Landtag hält es für notwendig, dass ME/CFS bei allen relevanten
ärztlichen Fachgebieten verbindlich in die Muster-Weiterbildungsordnung aufgenommen wird.
Die BLÄK wird daher gebeten, sich auf Ebene der Bundesärztekammer hierfür einzusetzen.
Zudem sollen die bestehenden fakultativen Fortbildungsangebote der BLÄK, die bislang
vorrangig im Kontext von Long-/Post-COVID angeboten werden, systematisch weiterentwickelt
und in die strukturierten Weiterbildungscurricula integriert werden. Ziel ist es, die ärztliche
Handlungskompetenz im Umgang mit ME/CFS zu erhöhen, um eine frühzeitige Diagnose,
differenzierte Abklärung und patientengerechte Behandlung zu ermöglichen.



ME/CFS ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung, die in Bayern nach aktuellen
Schätzungen 100.000 Menschen, auch viele Kinder und Jugendliche, betrifft. Viele Patientinnen
und Patienten sind über Jahre hinweg schul- oder arbeitsunfähig, einige sind pflegebedürftig.
Trotz zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnisse besteht in der Praxis eine deutliche

Versorgungslücke, nicht selten sogar eine Unkenntnis des Krankheitsbildes - vor allem, weil ME/
CFS bislang nicht verbindlich in der ärztlichen Weiterbildung verankert ist.



Zwar bietet die BLÄK bereits einzelne Fortbildungen zu Long-/Post-COVID mit ME/CFS-Bezug
an, eine flächendeckende systematische Verankerung in den Weiterbildungsinhalten der
relevanten Fachgebiete (Allgemeinmedizin, Kardiologie, Rheumatologie, Neurologie, Pädiatrie,
Psychiatrie und Psychotherapie, Schmerzmedizin, Physikalische und Rehabilitative Medizin) fehlt
jedoch.



Eine verpflichtende curriculare Aufnahme des Krankheitsbildes würde sicherstellen, dass
Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis künftig besser auf diese komplexe Erkrankung
vorbereitet sind. Insbesondere Hausärztinnen und Hausärzte können hiervon nur profitieren,
da sie häufig ME/CFS-Patienten behandeln bzw. erste Ansprechpartner bei Auftreten der
Symptome sind. Damit kann die Versorgung der Betroffenen in Bayern nachhaltig verbessert, die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt und Fehlversorgung vermieden werden.


 

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