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Modellprojekt -Freiwilliges Handwerksjahr- in Bayern zur Stärkung der Berufsorientierung und Fachkräftesicherung im Handwerk - Ausweitung prüfen

20.10.2026 - Antrag |

Initiatoren:
Kerstin Schreyer, Martin Wagle, Stefan Ebner, Andreas Kaufmann, Benjamin Miskowitsch, Martin Mittag, Walter Nussel, Jenny Schack, Josef Schmid, Steffen Vogel, Florian Streibl, Felix Locke, Markus Saller, Anton Rittel, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Susann Enders, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Martin Rosenberger, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Johanna Schramm, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller

Die Staatsregierung wird aufgefordert, zu prüfen und dem Landtag über die Ergebnisse spätestens bis zum 30.06.2027 zu berichten, ob und wie das Pilotprojekt freiwilliges Handwerksjahr gem. Beschluss Drs. 19/11376 aufgrund des Antrags Drs. 19/10395 "Änderungsantrag Haushaltsplan 2026/2027; hier: Pilotprojekt freiwilliges Handwerksjahr (Kap. 10 05 neuer Tit. 684 03)" auf ganz Bayern ausgedehnt werden kann. In die Prüfung sind insbesondere die nachfolgenden Aspekte einzubeziehen:



  1. Bisherige Erfahrungen mit dem Pilotprojekt freiwilliges Handwerksjahr, insbesondere wie viele junge Menschen nach der Absolvierung des Handwerksjahres ihre berufliche Laufbahn tatsächlich im Handwerk fortgesetzt haben

  2. Bestandsaufnahme bestehender Modelle des freiwilligen Handwerksjahres in anderen Bundesländern (insbesondere Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg) sowie Ableitung übertragbarer Ergebnisse

  3. Ermittlung der Kosten, die dabei für den Landeshaushalt anfallen würden, sowie Darstellung von Finanzierungsmodellen einschließlich möglicher Landes- und Bundesfördermittel sowie der Beteiligung der Handwerksorganisationen. Hinsichtlich möglicher Landesfördermittel sind aufgrund der bekannten Vorbelastungen des Landeshaushalts entsprechende Gegenfinanzierungsmöglichkeiten aus dem Landeshaushalt aufzuzeigen.

  4. Rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere die Abgrenzung zu bestehenden Programmen wie beispielsweise dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD)

  5. Zeitplan für eine mögliche Ausweitung auf ganz Bayern sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Evaluation.



Das Handwerk ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in Deutschland und bietet jungen Menschen mit einer modernen Ausbildung beste Zukunftschancen sowie sichere Arbeitsplätze. Mehr als eine Million Betriebe beschäftigen bundesweit rund fünf Millionen Menschen und bilden jährlich hunderttausende Fachkräfte aus.


 


Obwohl für junge Menschen nach Schule und Universität damit ein Arbeitsplatz wartet, der gebraucht wird, besteht nach wie vor eine geringe Sichtbarkeit handwerklicher Berufe unter Viele junge Menschen kennen die Vielfalt und die Attraktivität handwerklicher Berufsbilder nicht aus eigener Erfahrung. Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie fehlende niedrigschwellige Orientierungsangebote. 


 


Aus diesem Grund hat der Bayerische Landtag im Rahmen des Doppelhaushalt 2026/2027 ein Pilotprojekt zum freiwilligen Handwerksjahr der Kreishandwerkerschaft Hochfranken auf den Weg gebracht. Es ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen, innerhalb von zwölf Monaten mehrere Praktika in unterschiedlichen Handwerksbetrieben zu absolvieren - in der Regel bis zu vier dreimonatige Einsätze in verschiedenen Berufsfeldern. Die Teilnehmenden erhalten dabei eine monatliche Aufwandsentschädigung und werden durch begleitende Seminare und Workshops qualifiziert. Die Kreishandwerkerschaft Hochfranken sieht das FHJ als zukunftsweisendes Modell zur Berufsorientierung und Fachkräftesicherung. Es stellt aus Sicht der Kreishandwerkerschaft einen entscheidenden Baustein dar, um jungen Menschen praxisnahe Einblicke in das Handwerk zu ermöglichen. Seitens der hochfränkischen Handwerksbetriebe besteht großes Interesse an einer Umsetzung.


 


Aufgrund der positiven Resonanz anderer Kreishandwerkerschaften, soll geprüft werden, ob und wie dieses Pilotprojekt auf ganz Bayern ausgedehnt werden kann. Dabei sollen insbesondere die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt, Ergebnisse bestehender Modelle aus anderen Bundesländern, die Kostenfolgen und Finanzierungsmöglichkeiten, die rechtlichen Rahmenbedingungen, der Zeitplan für eine mögliche Ausweitung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Evaluation einbezogen werden.

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